Warum schaden austauschbare Städteseiten mehr, als sie nützen?
Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, bieten dem Leser nichts Neues und senden Google ein Spam-Signal.
Das Muster ist weit verbreitet: eine Unterseite für Kempten, eine für Kaufbeuren, eine für Füssen, eine für Sonthofen. Der Text ist überall derselbe, nur der Ortsname wechselt. Manche Websites haben so Dutzende Seiten, die kein Besucher je vergleicht.
Google beschreibt in seiner Anleitung zu hilfreichen Inhalten genau dieses Vorgehen als Warnzeichen. Gefragt wird dort, ob Inhalte mit viel Automatisierung zu vielen Themen erzeugt werden und ob sie nur wiedergeben, was anderswo steht, ohne etwas hinzuzufügen.
Eine Städteseite aus der Schablone trifft beides. Sie ist dünn, weil sie nichts Eigenes enthält. Und sie ist doppelt, weil derselbe Text mehrfach auf der Domain steht.
Für den Betrieb hat das eine praktische Folge: Google erhält widersprüchliche Signale, welche Seite für welche Suche zuständig ist. Statt einer starken Seite konkurrieren viele schwache miteinander.
Wann lohnt sich trotzdem eine eigene Seite für einen Ort?
Eine eigene Ortsseite lohnt sich nur, wenn Sie für diesen Ort Inhalte haben, die auf keiner anderen Seite stehen.
Ortsseiten sind kein Fehler an sich. Eine eigene Seite pro Standort, mit den Suchbegriffen, die dort tatsächlich eingegeben werden, ist für Betriebe mit mehreren Niederlassungen ein sinnvoller Aufbau.
Der Unterschied liegt im Inhalt. Eine Ortsseite braucht Belege, die nur für diesen Ort gelten. Fehlen sie, bleibt nur der ausgetauschte Ortsname.
Angenommen, ein Schreiner aus Marktoberdorf hat viele Küchen in Füssen eingebaut, mit Fotos und Bewertungen von dort. Für Füssen kann sich eine Seite lohnen. Für die Dörfer, in denen er je einmal war, lohnt sie sich nicht.
Gehen Sie für jeden Ort, für den Sie eine Seite haben oder planen, die folgenden Fragen durch. Lautet die Antwort überwiegend nein, gehört der Ort auf die Regionalseite.
Gibt es dort eine eigene Adresse?
Eine zweite Werkstatt, ein Lager oder ein Büro mit eigener Telefonnummer rechtfertigt eine eigene Seite. Dazu gehört dann auch ein eigenes Google-Unternehmensprofil.
Haben Sie dort mehrere Projekte mit eigenen Fotos?
Mehrere fotografierte Aufträge aus derselben Gemeinde sind echter Inhalt. Ein einzelner Auftrag vor Jahren reicht nicht.
Unterscheidet sich die Arbeit dort spürbar?
Längere Frostperioden in Höhenlagen oder volle Ferienorte in der Saison verändern Planung und Ablauf. Wer das für einen Ort konkret beschreiben kann, gibt der Seite einen Zweck.
Haben Sie Kundenstimmen aus diesem Ort?
Bewertungen, in denen Kunden den Ort nennen, sind nachprüfbare Belege. Ohne sie bleibt die Ortsseite eine Behauptung.
Das Urteil: Eine starke Regionalseite schlägt viele dünne Ortsseiten
Für einen Betrieb mit einem Standort im Allgäu ist eine gut gefüllte Regionalseite die bessere Wahl als eine Seite pro Gemeinde.
Eine Seite wie „Elektriker im Allgäu“ bündelt alles, was sonst verteilt wäre: Projekte aus Kempten, Kaufbeuren und dem Oberallgäu, Kundenstimmen, Einsatzgebiet und Kontakt. Google bekommt ein klares Signal, welche Seite für die Region zuständig ist.
In Googles Bewertungsrahmen E-E-A-T steht Vertrauen an oberster Stelle. Eigene Fotos von eigenen Baustellen und echte Referenzen lassen sich nicht per Vorlage vervielfältigen. Auf einer Regionalseite kommen sie gesammelt zur Geltung.
Ein Beispiel aus der Praxis: Die Website von WeRefine hatte früher Dutzende Städteseiten mit nahezu gleichem Text. Sie wurden zu einer Regionalseite zusammengeführt, die alten Adressen leiten seitdem per Weiterleitung dorthin.
Die Ausnahme bleibt der zweite Standort mit eigener Adresse. Er bekommt eine eigene Seite, alle übrigen Orte laufen über die Regionalseite.
Was muss auf eine Regionalseite, damit sie im Allgäu gefunden wird?
Eine Regionalseite wirkt nur, wenn sie mehr eigene Belege enthält als jede einzelne Städteseite zuvor.
Wer Ortsseiten zusammenführt, muss die Regionalseite deutlich stärker machen als jede alte Seite. Sonst ersetzt man viele dünne Seiten durch eine dünne Seite.
Der Maßstab: Ein Kunde aus Immenstadt soll nach kurzem Lesen wissen, dass Sie in der Gegend schon gearbeitet haben, was Sie können und wie er Sie erreicht.
Eine Floskel wie „Ihr zuverlässiger Partner in Kempten“ sagt ihm dabei nichts. Eine Zeile wie „Badsanierung mit bodengleicher Dusche in einem Reihenhaus in Kempten“ zeigt Ort und Leistung auf einen Blick.
Die folgenden Bausteine liefern solche Belege. Die meisten haben Sie bereits, verteilt auf Handy-Fotos, Bewertungen und alte Angebote.
Referenzprojekte mit Ort und Foto
Jedes Projekt bekommt einen kurzen Absatz: was gemacht wurde, in welchem Ort, mit eigenem Foto. Stockfotos sind kein Beleg.
Einsatzgebiet als ganzer Satz
Nennen Sie Orte und Landkreise, in denen Sie regelmäßig arbeiten, in normalen Sätzen. Eine lange Liste von Ortsnamen ohne Zusammenhang hilft keinem Leser.
Kundenstimmen aus der Region
Zitieren Sie echte Bewertungen mit Vornamen und Ort, wenn der Kunde zugestimmt hat. Verlinken Sie zusätzlich auf Ihr Google-Unternehmensprofil.
Strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness
Google empfiehlt den passendsten Untertyp, etwa ElectricalContractor für Elektriker. Pflicht sind Name und Adresse. Empfohlen sind unter anderem Telefon mit Ländervorwahl, Koordinaten mit mindestens fünf Nachkommastellen, Öffnungszeiten und Bilder in den Formaten 16:9, 4:3 und 1:1.
Wie führen Sie bestehende Städteseiten sauber zusammen?
Alte Ortsseiten werden per 301-Weiterleitung auf die Regionalseite umgeleitet, damit Besucher und Links nicht ins Leere laufen.
Einfach löschen ist der falsche Weg. Alte Ortsseiten haben womöglich Links von anderen Websites oder stehen in Lesezeichen von Kunden. Beides würde dann auf eine Fehlerseite führen.
Eine 301-Weiterleitung sagt Browser und Google, dass die Seite dauerhaft umgezogen ist. Besucher landen automatisch auf der Regionalseite.
Nach der Umstellung braucht Google eine Weile, bis die neue Struktur verarbeitet ist. Beobachten Sie in der Search Console, ob die Regionalseite für Suchen mit Ortsnamen auftaucht. So gehen Sie vor:
1. Bestand prüfen
Sehen Sie in der Google Search Console nach, welche Ortsseiten indexiert sind und ob sie überhaupt Suchanfragen bekommen.
2. Echte Ausnahmen markieren
Orte, die die Prüffragen oben bestehen, behalten ihre Seite. Alle anderen werden zusammengeführt.
3. Einzigartiges übernehmen
Was auf einer Ortsseite wirklich eigen war, etwa ein Projekt oder eine Bewertung, wandert auf die Regionalseite.
4. Weiterleitungen einrichten
Jede alte Adresse bekommt eine 301-Weiterleitung auf die Regionalseite.
5. Interne Links anpassen
Menü, Fußzeile, Sitemap und Verweise im Text zeigen danach direkt auf die Regionalseite.
6. Adressdaten angleichen
Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf Website, Google-Unternehmensprofil, Branchenbüchern und im Eintrag der Handwerkskammer exakt gleich sein. Das Profil selbst sollte verifiziert und vollständig ausgefüllt sein.
Was können Sie heute als Erstes tun?
Legen Sie zwei Ihrer Städteseiten nebeneinander: Sind sie bis auf den Ortsnamen gleich, haben Sie Ihren Startpunkt.
Öffnen Sie heute zwei Ortsseiten Ihrer Website und vergleichen Sie den Text Absatz für Absatz. Unterscheiden sie sich nur im Ortsnamen, ist das Zusammenführen Ihr nächster Schritt.
Sammeln Sie danach einige Projektfotos mit Ort und einem Satz zur Arbeit: Das ist das Grundgerüst Ihrer Regionalseite.
Die kostenlose Website-Vorschau unten ist der einfachste Weg, eine solche Regionalseite für Ihren Betrieb einmal fertig zu sehen.
- Wird meine Website abgestraft, wenn ich viele Städteseiten habe?
- Google wertet Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, als Spam-Signal und belohnt sie nicht. Meist ranken sie schlecht und verwässern die Signale der übrigen Seiten. Zusammenführen per 301-Weiterleitung ist der sichere Weg.
- Brauche ich für jeden Ort ein eigenes Google-Unternehmensprofil?
- Nein. Ein Unternehmensprofil gehört zu einem echten Standort. Orte, die Sie nur anfahren, tragen Sie im bestehenden Profil als Einzugsgebiet ein.
- Darf ich auf der Regionalseite einzelne Orte nennen?
- Ja. Nennen Sie die Orte, in denen Sie regelmäßig arbeiten, am besten im Zusammenhang mit echten Projekten. Eine reine Liste von Ortsnamen bringt dem Leser nichts.
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