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Webdesign• 11. Oktober 2026• 6 Min. Lesedauer

Website erstellen lassen mit WordPress oder Baukasten: der ehrliche Vergleich für Handwerker

Wer als Handwerker eine Website erstellen lassen will, landet bei WordPress, bei einem Baukasten wie Wix oder Jimdo oder bei einer Agentur. Viele Vergleiche dazu stammen von Anbietern, die selbst ein Produkt verkaufen. Dieser Ratgeber zeigt, wofür ein Baukasten wirklich reicht, ab wann sich eine WordPress-Website lohnt und welche Fragen Sie vor der Entscheidung klären sollten.

Titelbild mit dem Schriftzug WordPress Website erstellen lassen oder und einem Smartphone-Piktogramm

Warum suchen so viele Handwerker nach WordPress?

WordPress ist das am weitesten verbreitete Content-Management-System der Welt. In der Übersicht von W3Techs steht es klar auf Platz eins, weit vor allen anderen Systemen. Wer sich mit einer eigenen Website beschäftigt, stößt deshalb fast zwangsläufig darauf: Viele Webdesigner und Agenturen bauen damit, viele Anleitungen und Erweiterungen gibt es nur dafür. Die Verbreitung allein sagt aber noch nichts darüber, ob WordPress zu Ihrem Betrieb passt. Dazu kommt ein Problem bei der Recherche: Ein großer Teil der Vergleichsseiten im Netz kommt von Baukasten- oder Hosting-Anbietern. Deren Fazit steht schon vor dem ersten Satz fest. Ein ehrlicher Vergleich muss deshalb auch sagen, wann ein Baukasten völlig genügt.

Wofür reicht ein Website-Baukasten wirklich?

Ein Baukasten wie Wix, Jimdo oder IONOS MyWebsite ist ein fertiges System im Abo. Sie wählen eine Vorlage, tauschen Texte und Fotos aus und veröffentlichen. Server, Sicherheit und Updates erledigt der Anbieter. Die Agentur Webmarketiere, die selbst keinen Baukasten verkauft, bewertet solche Systeme als besonders gut geeignet für Einzelunternehmen und kleinere Organisationen. Auch der Vergleich von Julian Jaeckel nennt Wix oder Jimdo als sinnvollen Einstieg für kleine Betriebe, wenn Tempo und wenig Wartungsaufwand im Vordergrund stehen. Ein Baukasten reicht in der Regel, wenn Ihre Seite vor allem zeigen soll, wer Sie sind, was Sie anbieten, in welcher Gegend Sie arbeiten und wie man Sie erreicht. Dazu passt eine kleine Seite mit wenigen Unterseiten, ohne Ratgebertexte, ohne Online-Shop und ohne aufwendige Terminbuchung. Für einen Elektriker im Einmannbetrieb, dessen Auftragsbuch über Empfehlungen voll ist und der nur Name, Telefonnummer, Leistungen und Kontaktweg zeigen will, ist ein Baukasten eine legitime Lösung. Der größte Vorteil wird oft unterschätzt: Sie müssen sich nicht um Updates kümmern. Für Betriebe ohne eigene IT und ohne Zeit am Abend ist das ein echtes Argument.

Auf einen Blick
  • Ein Baukasten wie Wix oder Jimdo reicht für eine kleine Visitenkarten-Seite ohne Ausbaupläne und nimmt Ihnen die Updates ab.
  • Grenzen des Baukastens: kaum Erweiterungen, eingeschränktes technisches SEO, Datenspeicherung teils außerhalb der EU.
  • Google bevorzugt kein System. Der SEO-Vorteil von WordPress zeigt sich erst bei mehreren Orts- und Leistungsseiten.
  • Wer eine WordPress-Website erstellen lässt, muss Wartung, Hosting in Deutschland und Zugangsdaten vorab schriftlich klären.
  • Das Google-Unternehmensprofil gehört unabhängig vom System immer dazu.

Wo stößt ein Baukasten an seine Grenzen?

Die Grenzen zeigen sich meist erst nach ein bis zwei Jahren, wenn der Betrieb mehr von seiner Website will. Webmarketiere und Julian Jaeckel nennen dieselben Schwachstellen: Eigene Erweiterungen oder eigener Code sind kaum möglich. Die Struktur der Adressen und das technische SEO lassen sich nur eingeschränkt steuern. Bei Wix lässt sich die Vorlage nach dem Livegang nicht mehr wechseln. Wer später ein neues Design will, baut die Seite im Grunde neu. Dazu kommt der Datenschutz. Wix speichert Daten unter anderem in den USA, in Südkorea und in Israel. Der US Cloud Act erlaubt amerikanischen Behörden den Zugriff auf Daten US-amerikanischer Anbieter, unabhängig davon, wo der Server physisch steht. Betriebe müssen dafür Standardvertragsklauseln mit dem Anbieter abschließen und eine Risikobewertung dokumentieren. Wer schon einmal Post wegen einer fehlerhaften Datenschutzerklärung bekommen hat, weiß, dass das kein theoretisches Thema ist. WordPress selbst ist Open Source und lässt sich auf Servern in Deutschland betreiben. Die Daten liegen dann vollständig bei Ihnen oder Ihrem Dienstleister.

Rankt eine WordPress-Website bei Google besser als Wix oder Jimdo?

Nein, nicht automatisch. Google vergibt keinen Bonus für den Namen der Plattform. Wix bietet inzwischen die SEO-Grundfunktionen: eigene Seitentitel und Beschreibungen, anpassbare Adressen und einen SEO-Assistenten. Für eine einfache Seite mit reinem Ortsbezug ist der Unterschied zwischen Baukasten und WordPress gering. Der Unterschied wächst, sobald Sie mehr wollen. Mit WordPress und Erweiterungen wie Yoast oder Rank Math lassen sich strukturierte Daten (Schema-Markup) einbauen, technische Details fein steuern und die Ladezeit vollständig kontrollieren. Das wird wichtig, wenn Sie eigene Seiten für mehrere Orte anlegen wollen, etwa für Elektriker München und die umliegenden Landkreise, oder für jede Leistung eine eigene Unterseite brauchen. Genau diese Struktur bringt bei lokalen Suchanfragen Sichtbarkeit. Unabhängig vom System gilt: Ein vollständig gepflegtes Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und für die lokale Suche oft wichtiger als die Website selbst. Es gehört in jedem Fall dazu.

Website erstellen lassen mit WordPress: Wann lohnt sich das?

Eine WordPress-Website erstellen zu lassen lohnt sich, wenn die Website Ihnen neue Kunden über Google bringen soll. Das betrifft Betriebe, die wachsen wollen, die gezielt bestimmte Aufträge suchen (zum Beispiel Badsanierungen statt Reparaturen) oder die in mehreren Orten gefunden werden wollen. Die Seite arbeitet dann als Anlaufstelle rund um die Uhr, auch wenn Sie auf der Baustelle stehen. Der Preis dafür ist Pflege. WordPress braucht regelmäßige Updates für das System, das Design und die Erweiterungen. Bleiben sie aus, entstehen Sicherheitslücken. Klären Sie deshalb vor dem Auftrag, wer diese Arbeit übernimmt. Bei einem Baukasten fällt dieser Punkt weg, bei WordPress ist er der wichtigste. Vor der Beauftragung eines Freelancers oder einer Agentur sollten Sie diese Punkte schriftlich geklärt haben: Wer spielt Updates ein und wie oft? Wo wird die Seite gehostet, auf Servern in Deutschland? Bekommen Sie alle Zugangsdaten, damit die Website Ihnen gehört und Sie den Dienstleister wechseln können? Was passiert, wenn eine Erweiterung nach einem Update nicht mehr funktioniert? Wer darauf keine klaren Antworten bekommt, sollte weitersuchen. Zu den Kosten gibt es große Spannen zwischen Baukasten, Freelancer und Agentur, die Preise verschiedener Wege lassen sich auf den jeweiligen Websites der Anbieter vergleichen.

Das Urteil: Welche Lösung passt zu welchem Handwerksbetrieb?

Die Entscheidung hängt an einer einzigen Frage: Soll Ihre Website nur zeigen, dass es Sie gibt, oder soll sie aktiv Aufträge bringen?

Baukasten: für die digitale Visitenkarte

Wählen Sie einen Baukasten, wenn Sie genug Aufträge über Empfehlungen haben, die Seite klein bleibt und Sie sich nie um Technik kümmern wollen. Achten Sie dann auf einen Anbieter mit Servern in der EU, schließen Sie den Auftragsverarbeitungsvertrag ab und nutzen Sie einen seriösen Generator für die Datenschutzerklärung.

WordPress erstellen lassen: für Neukunden über Google

Wählen Sie eine professionell erstellte WordPress-Website, wenn Sie gezielt über Google gefunden werden wollen, mehrere Orte oder Leistungen abdecken oder die Seite über Jahre ausbauen möchten. Bestehen Sie auf deutschem Hosting, vollständigen Zugangsdaten und einer klaren Regelung zur Wartung.

WordPress selbst bauen: nur mit Zeit und Technikinteresse

WordPress in Eigenregie aufzusetzen ist möglich, verbindet aber die Nachteile beider Wege: Sie tragen die volle Verantwortung für Updates und Sicherheit und haben trotzdem keinen Profi für Struktur und SEO. Für die meisten Betriebsinhaber ist das der schwächste der drei Wege.

Was Sie heute erledigen können

Schreiben Sie in einem Satz auf, was Ihre Website in einem Jahr leisten soll: Visitenkarte oder neue Aufträge über Google. Diese Antwort entscheidet zwischen Baukasten und WordPress, alles andere folgt daraus. Prüfen Sie außerdem heute noch, ob Ihr Google-Unternehmensprofil vollständig ist, mit Leistungen, Einzugsgebiet und aktuellen Fotos eigener Arbeiten. Wer sehen möchte, wie eine fertige Seite für den eigenen Betrieb aussehen könnte, findet unten die kostenlose Website-Vorschau als einfachsten Weg.

Häufige Fragen
Ist eine WordPress-Website besser für Google als Wix?
Nicht automatisch. Google bewertet keine Plattform besser. WordPress bietet mehr Möglichkeiten für technisches SEO, strukturierte Daten und eigene Orts- und Leistungsseiten. Für eine kleine Seite mit reinem Ortsbezug ist der Unterschied gering.
Muss ich eine WordPress-Website selbst aktualisieren?
WordPress braucht regelmäßige Updates für System, Design und Erweiterungen. Das erledigen Sie selbst oder Ihr Dienstleister im Rahmen eines Wartungsvertrags. Bei einem Baukasten übernimmt der Anbieter das automatisch.
Ist Wix für deutsche Betriebe datenschutzkonform nutzbar?
Ja, mit Aufwand. Wix speichert Daten auch außerhalb der EU. Betriebe müssen dafür Standardvertragsklauseln abschließen und eine Risikobewertung dokumentieren. WordPress lässt sich dagegen vollständig auf Servern in Deutschland betreiben.
Kann ich später vom Baukasten zu WordPress wechseln?
Ja, die Inhalte lassen sich übernehmen, die Seite selbst wird aber neu aufgebaut. Wer schon absehen kann, dass die Website wachsen soll, spart sich diesen Umweg mit einer frühen Entscheidung für WordPress.
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