Warum es keine seriöse Pauschalzahl gibt
Eine Website ist kein Katalogartikel. Ein Maler, der nur seine Telefonnummer und ein paar Fotos zeigen will, braucht etwas anderes als ein Elektrobetrieb mit mehreren Leistungsbereichen, Stellenanzeigen und Online-Terminbuchung. Beides heißt „Website", beides wird oft in denselben Vergleichslisten geführt. Dazu kommt: Die meisten Preisübersichten im Netz stammen von Webagenturen, die ihre eigenen Leistungen verkaufen. Die Angaben dort sind in sich stimmig, aber sie sind keine neutrale Verbraucherstudie. Wer ehrlich über Kosten spricht, muss deshalb immer zwei Dinge dazusagen: welcher Umfang und welche Betreuung im Preis stecken.
Vier Wege zur eigenen Website
Grob lassen sich die Angebote nach dem Weg der Erstellung sortieren. Jeder Weg hat seinen Platz, keiner ist für jeden Betrieb richtig.
Baukasten in Eigenregie
Sie mieten einen Homepage-Baukasten und bauen die Seite selbst. Die monatliche Gebühr wirkt gering. Was dabei gern untergeht: Die Arbeit machen Sie. Texte schreiben, Bilder auswählen, Impressum und Datenschutz einrichten, Seiten für Google vorbereiten. Das kostet viele Stunden, die Sie sonst auf der Baustelle oder im Büro verbringen würden.
Freelancer
Ein einzelner Webdesigner baut die Seite für Sie. Das ist oft der goldene Mittelweg für kleinere Betriebe. Die Qualität schwankt stark, deshalb sind Referenzen und eine schriftliche Leistungsbeschreibung hier besonders wichtig.
Agentur
Eine Agentur bringt meist ein Team mit Design, Text und Technik mit und bietet laufende Wartung an. Für einen kleinen Betrieb mit wenigen Mitarbeitern ist eine große Agentur allerdings oft überdimensioniert. Sie bezahlen dann Prozesse mit, die Sie gar nicht brauchen.
Festpreispakete speziell für Handwerker
Einige Anbieter haben sich auf Handwerksbetriebe spezialisiert und bieten feste Pakete an, teils mit Recruiting-Bereich für Stellenanzeigen. Der Vorteil: Sie wissen vorher, was Sie bekommen. Prüfen Sie trotzdem genau, welche Leistungen im Paket enthalten sind und welche extra kosten.
- Eine seriöse Kostenangabe gibt es nur zusammen mit Umfang und Betreuung.
- Der Umfang reicht vom Onepager bis zur Website mit Terminbuchung oder Shop, mit jeder Stufe steigt der Aufwand.
- Texte, Fotos, Terminbuchung und DSGVO-Einrichtung treiben den Preis, Domain, Hosting und Wartung laufen jeden Monat weiter.
- Kampfpreise für „alles" liefern meist eine Vorlage ohne eigene Inhalte und ohne echte Suchmaschinenoptimierung.
- Vor der Beauftragung Eigentum, Leistungsumfang, Wartung, Referenzen und Erfolgsmessung schriftlich klären.
Der Umfang entscheidet über den Preis
Sinnvoller als der Vergleich nach Anbietertyp ist der Blick auf den Umfang. Die Stufen bauen aufeinander auf, und mit jeder Stufe steigt der Aufwand. Der Onepager ist eine einzelne, lange Seite mit Leistungen, Kontakt und ein paar Bildern. Er reicht für einen Betrieb, der vor allem über Empfehlungen läuft und im Netz nur gefunden werden will. Die Business-Website mit mehreren Unterseiten gibt jeder Leistung, dem Team und dem Kontakt eine eigene Seite. Kunden finden schneller, was sie suchen. Die SEO-optimierte Website hat zusätzlich eigene Seiten für einzelne Leistungen und Orte, etwa „Badsanierung in Ihrer Stadt". Diese Seiten sind dafür gebaut, bei Google für konkrete Suchanfragen aufzutauchen. Das ist die Stufe, auf der eine Website anfängt, selbst Anfragen zu bringen. Die Premium-Website ergänzt Funktionen wie Online-Terminbuchung oder einen Shop. Das lohnt sich, wenn Kunden bei Ihnen tatsächlich direkt online buchen oder bestellen.
Kostentreiber und laufende Kosten
Zwei Angebote mit gleichem Seitenumfang können sich trotzdem deutlich unterscheiden. Das liegt an Posten, die gern im Kleingedruckten verschwinden. Die größten Kostentreiber sind Texterstellung pro Seite, ein professionelles Fotoshooting im Betrieb und auf der Baustelle, eine Online-Terminbuchung, Mehrsprachigkeit je zusätzlicher Sprache und die DSGVO-Einrichtung mit Cookie-Hinweis und Datenschutzerklärung. Wer ein eigenes Redaktionssystem möchte, um Inhalte selbst zu ändern, zahlt dafür häufig einen Aufpreis. Neben den einmaligen Kosten fallen immer laufende Posten an: die Domain, das Hosting und das SSL-Zertifikat für die verschlüsselte Verbindung, das meist im Hosting enthalten ist. Bei Agenturen und vielen Freelancern kommt ein monatlicher Wartungsvertrag dazu. Rechnen Sie deshalb nie nur mit dem Einstiegspreis. Betrachten Sie die Kosten über mehrere Jahre, dann sehen Sie, was die Website Sie wirklich pro Monat kostet.
Warum das billigste Angebot teuer werden kann
Mehrere Ratgeber aus der Branche warnen übereinstimmend vor Angeboten, die „alles" zu einem Kampfpreis versprechen. In solchen Paketen fehlen meist eigene Texte, echte Suchmaschinenoptimierung und Inhalte, die zu Ihrem Gewerk passen. Geliefert wird eine Vorlage, in die Ihr Logo eingesetzt wird. Das Ergebnis ist eine Visitenkarte im Netz. Sie ist vorhanden, bringt aber kaum Anfragen. Eine Website, die regelmäßig Aufträge liefert, braucht Texte, die Ihre Leistungen und Ihr Einzugsgebiet konkret beschreiben, echte Fotos Ihrer Arbeit und eine saubere technische Grundlage. Umgekehrt gilt: Ein hoher Preis ist kein Qualitätsbeweis. Entscheidend ist immer die Frage, was konkret im Preis enthalten ist. Erst wenn Sie das für zwei Angebote schwarz auf weiß haben, können Sie sie vergleichen.
Checkliste vor der Beauftragung
Diese Fragen sollten Sie jedem Anbieter stellen, bevor Sie unterschreiben. Die Antworten gehören in das schriftliche Angebot.
1. Wem gehören Domain, Hosting und Website?
Klären Sie, ob die Domain auf Ihren Betrieb läuft und ob Sie Website und Inhalte mitnehmen können, wenn Sie den Anbieter wechseln. Fehlt ein Nachweis dazu, ist das ein Warnsignal.
2. Was ist exakt im Preis enthalten?
Texte, Fotos, Suchmaschinenoptimierung, Impressum und Datenschutz: Lassen Sie sich jeden Punkt einzeln bestätigen. Ohne schriftliche Leistungsbeschreibung keine Beauftragung.
3. Was kostet die laufende Betreuung und was deckt sie ab?
Updates, Sicherheit, Backups, kleine Textänderungen: Fragen Sie, was im Wartungsvertrag steckt und was separat abgerechnet wird.
4. Gibt es Referenzen aus dem Handwerk?
Lassen Sie sich Websites anderer Handwerksbetriebe zeigen, die der Anbieter gebaut hat. Schauen Sie, ob diese Seiten bei Google für Leistung und Ort auftauchen.
5. Wie wird der Erfolg gemessen?
Fragen Sie, wie Sie später sehen, ob die Seite Anfragen bringt. Vorsicht bei Garantien wie „in wenigen Wochen auf Seite eins bei Google". Solche Versprechen kann niemand seriös geben.
Rechnen Sie in Aufträgen
Die bessere Frage lautet: Ab wann hat sich die Website bezahlt gemacht? Nehmen Sie Ihren typischen Auftragswert und Ihre Marge. Dann überlegen Sie, wie viele zusätzliche Aufträge über die Website kommen müssen, damit die Kosten über die ersten Jahre gedeckt sind. Bei vielen Gewerken sind das überschaubar wenige. Diese Rechnung funktioniert allerdings nur mit einer Website, die auch gefunden wird und Vertrauen schafft. Eine günstige Vorlage ohne eigene Inhalte bringt selten die Anfragen, die sie refinanzieren. Wie wir das für Handwerksbetriebe umsetzen, lesen Sie auf der Seite Website erstellen lassen. Unsere Pakete und Preise finden Sie im Leistungsbereich unserer Startseite, Beispiele im Portfolio.
- Reicht ein Homepage-Baukasten für meinen Betrieb?
- Für eine einfache Präsenz kann er reichen. Rechnen Sie aber den Zeitaufwand ehrlich mit: Texte, Bilder, Rechtstexte und Google-Optimierung erledigen Sie dann selbst.
- Welche Kosten fallen nach dem Start der Website an?
- Immer Domain und Hosting, das SSL-Zertifikat ist meist im Hosting enthalten. Bei einem Wartungsvertrag kommt ein monatlicher Betrag für Updates, Sicherheit und Änderungen hinzu.
- Woran erkenne ich ein unseriöses Angebot?
- Keine schriftliche Leistungsbeschreibung, ein Pauschalpreis ohne klaren Inhalt, kein Nachweis, dass Domain und Website Ihnen gehören, und Garantien für schnelle Top-Platzierungen bei Google.
- Wo finde ich konkrete Preise?
- Unsere aktuellen Pakete stehen im Leistungsbereich unserer Startseite.
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