Welche Ratgeber-Tipps kann ein kleiner Betrieb streichen?
Funnels, Automation und Newsletter sind für Marketingabteilungen gedacht und für einen Fünf-Mann-Betrieb keine sinnvolle Erstinvestition.
Wer nach Tipps für die eigene Website sucht, landet oft bei Ratgebern für große Unternehmen. Dort geht es um A/B-Tests, Marketing-Automation, Kampagnen über viele Kanäle und internationale Reichweite.
Ein Handwerksbetrieb mit fünf Leuten braucht davon zunächst nichts. Seine Kunden wohnen im Umkreis, suchen bei Google nach Gewerk und Ort und wollen dann schnell anrufen.
Die folgenden Punkte können vorerst warten. Alles, was danach übrig bleibt, behandeln die weiteren Abschnitte, jeweils mit einer Vorlage zum Kopieren.
Blog und Newsletter
Beides kostet regelmäßig Zeit, und genau die fehlt im Betrieb. Eine gepflegte Referenzseite mit neuen Fotos bringt mehr.
Marketing-Automation und Lead-Strecken
Automatische E-Mail-Folgen lohnen sich bei langen Kaufentscheidungen mit vielen Interessenten. Wer einen Handwerker sucht, ruft meist direkt an.
Mehrsprachige Seiten und Online-Shop
Eine zweite Sprache oder ein Shop ohne echtes Produktsortiment erzeugt Pflegeaufwand ohne Anfragen. Das kann später kommen, wenn ein konkreter Bedarf da ist.
Social-Media-Einbindung
Eingebettete Feeds verlangsamen die Seite und bringen eigene Datenschutzfragen mit. Ein einfacher Link auf Ihr Profil reicht.
Was muss oben auf der Startseite stehen?
Wer Ihre Seite öffnet, muss sofort sehen, welches Gewerk Sie anbieten, in welcher Gegend und wie man Sie erreicht.
Der obere Bereich der Startseite entscheidet, ob ein Besucher bleibt. Eine Firmenphilosophie interessiert dort niemanden. Der Kunde will wissen, ob Sie das Richtige machen und ob Sie zu ihm kommen.
Vorlage zum Kopieren: Überschrift: "Elektriker in [Ort] und Umgebung". Unterzeile: "Elektroinstallation, Zählerschränke und Reparaturen für Privathaushalte und Gewerbe. Meisterbetrieb seit [Jahr]." Button: "Jetzt anrufen: [Telefonnummer]".
Die Telefonnummer gehört als antippbarer Link auf jede Seite, auch in der Handyansicht. Ein Kontaktformular ergänzt sie für Kunden, die lieber schreiben, etwa abends nach Feierabend.
Wie beschreibt man Leistungen ohne Werbesprache?
Eine gute Leistungsseite sagt konkret, was Sie machen, für wen und wo, und zeigt Fotos eigener Arbeiten.
Allgemeine Sätze wie "Wir bieten innovative Lösungen rund ums Bad" sagen dem Kunden nichts. Besser: "Wir sanieren Bäder komplett: Fliesen, Sanitär und Elektro aus einer Hand." Der zweite Satz beantwortet die Frage, die der Kunde wirklich hat.
Vorlage für eine Leistung (Beispiel Schreiner): "Einbauschränke nach Maß. Wir planen und bauen Einbauschränke für Dachschrägen, Nischen und Flure. Aufmaß vor Ort, Fertigung in unserer Werkstatt in [Ort], Montage durch unser eigenes Team. Typische Projekte: Kleiderschrank unter der Dachschräge, Garderobe im Flur, Stauraum unter der Treppe."
Zu jeder Leistung gehören Fotos echter Baustellen. Sie wirken glaubwürdiger als Stockbilder, und ein Handyfoto bei gutem Licht reicht oft aus. Beispiele für solche Seiten finden Sie im Portfolio.
Warum gehört das Arbeitsgebiet ausdrücklich auf die Seite?
Google und Kunden müssen lesen können, in welchen Orten Sie arbeiten. Dafür genügen wenige Zeilen Text.
Lokale Sichtbarkeit ist für Handwerksbetriebe der wichtigste digitale Hebel. Google kann Sie aber nur für Orte anzeigen, die auf Ihrer Seite tatsächlich vorkommen.
Vorlage zum Kopieren: "Unser Einsatzgebiet: [Ort] sowie [Nachbarort], [Nachbarort] und alle Gemeinden im Landkreis [Name]. Für größere Aufträge fahren wir auch weiter. Rufen Sie einfach an und fragen Sie nach."
Auch die Domain kann helfen: Gewerk und Ort im Namen, etwa elektriker-augsburg.de, sind ein einfacher Vorteil bei der lokalen Suche. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Seite strukturierte Daten nach Schema.org (LocalBusiness) enthält. Das fragt man am besten direkt beim Ersteller nach.
Name, Adresse, Telefon überall gleich schreiben
Google vergleicht Ihre Angaben auf der Website, im Google-Profil und in Verzeichnissen. Steht einmal "Müller Elektro GmbH" und anderswo "Elektro Müller", oder wechselt die Telefonnummer, schwächt das Ihre Sichtbarkeit. Legen Sie eine Schreibweise fest und nutzen Sie sie überall.
Wie arbeiten Website und Google-Profil zusammen?
Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und verstärkt die Website, wenn beide dieselben Angaben enthalten und miteinander verknüpft sind.
Ein Google-Profil allein ist schon viel wert. Zusammen mit einer Website, die im Profil verlinkt ist, stützen sich beide gegenseitig. Tragen Sie dieselben Daten zusätzlich in Verzeichnisse wie Google Maps, Gelbe Seiten und werliefertwas.de ein.
Vorlage für die Profilbeschreibung (Beispiel Maler): "[Firmenname] ist Ihr Malerbetrieb in [Ort]. Wir übernehmen Innenanstriche, Fassaden, Tapezierarbeiten und Bodenbeläge für Privatkunden, Hausverwaltungen und Gewerbe in [Ort] und Umgebung. Meisterbetrieb seit [Jahr]. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns über das Formular auf unserer Website."
Für das Ranking zählen auch Anzahl und Regelmäßigkeit der Google-Bewertungen. Vorlage für die Bitte nach dem Auftrag: "Danke für Ihren Auftrag. Wenn Sie zufrieden waren, freuen wir uns über eine kurze Bewertung bei Google: [Link]. Das hilft anderen Kunden aus [Ort], uns zu finden."
Gelten für kleine Betriebe weniger Pflichtangaben?
Nein. Impressum, Datenschutzerklärung und Verschlüsselung gelten für den Fünf-Mann-Betrieb genauso wie für den Konzern.
Bei den rechtlichen Pflichten gibt es keinen Größenrabatt. Fehlt das Impressum oder ist es unvollständig, drohen Abmahnungen und Bußgelder. Die folgenden Punkte sollten Sie oder Ihr Website-Ersteller abhaken.
1. Impressum nach § 5 DDG
Mit spätestens zwei Klicks erreichbar, am besten im Fußbereich jeder Seite. Inhalt als Prüfliste: Firmenname und Rechtsform, Inhaber oder Geschäftsführer, vollständige Anschrift, E-Mail und Telefon, Handelsregister mit Nummer falls eingetragen, Angaben zur Handwerksrolle und Berufsbezeichnung, Umsatzsteuer-ID falls vorhanden.
2. Datenschutzerklärung
Nach Art. 13 und 14 DSGVO muss erklärt werden, welche Daten die Seite erhebt, etwa über das Kontaktformular, und wofür. Eine kopierte Erklärung von einer fremden Seite passt fast nie.
3. Einwilligung bei Cookies
Setzt die Seite Cookies oder Tracking ein, die technisch nicht notwendig sind, braucht es nach § 25 TDDDG eine Einwilligung des Besuchers. Je weniger solcher Dienste eingebunden sind, desto einfacher bleibt das.
4. SSL-Verschlüsselung
Die Adresse muss mit https beginnen. Das ist besonders wichtig, sobald ein Kontaktformular persönliche Daten überträgt.
Was können Sie heute selbst erledigen?
Nehmen Sie die Startseiten-Vorlage, setzen Sie Gewerk, Ort und Telefonnummer ein und vergleichen Sie sie mit Ihrer jetzigen Seite.
Öffnen Sie Ihre Website auf dem Handy und prüfen Sie, ob oben Gewerk, Ort und eine antippbare Nummer stehen. Wenn nicht, ist die Vorlage aus diesem Artikel Ihr erster Text für die Überarbeitung. Gleichen Sie danach Name, Adresse und Telefon mit Ihrem Google-Profil ab.
Wer noch keine Seite hat oder die alte ersetzen will, findet in der kostenlosen Website-Vorschau unten den einfachsten Einstieg.
- Reicht ein Google-Unternehmensprofil ohne eigene Website?
- Für den Anfang ist ein gepflegtes Profil besser als nichts. Profil und Website verstärken sich aber gegenseitig, und auf der eigenen Seite können Sie Leistungen, Arbeitsgebiet und Referenzen ausführlich zeigen.
- Braucht ein kleiner Handwerksbetrieb einen Blog?
- Nicht als Erstes. Wichtiger sind eine klare Startseite, konkrete Leistungsseiten, echte Fotos und ein vollständiges Impressum. Ein Blog kann später dazukommen, wenn Zeit für regelmäßige Beiträge da ist.
- Wie oft sollte die Website aktualisiert werden?
- Mindestens einmal im Jahr: Leistungen prüfen, neue Referenzfotos einstellen, Kontaktdaten und Arbeitsgebiet abgleichen.
Ihre Website sollte das auch können?
Wir bauen die erste Version Ihrer neuen Handwerker-Website kostenlos. Sie zahlen erst, wenn sie Ihnen gefällt und live geht.
Kostenlose Vorschau anfordern- Handwerksblatt: Lokale Suche, besser gefunden werden mit Online-Branchenverzeichnissen
- Deutsche Handwerks-Zeitung: Local SEO, so pushen Handwerker ihr örtliches Google-Ranking
- e-recht24: Rechtssichere Website für Handwerker
- ZDH: Praxis-Recht Impressumspflicht
- ibau Akademie: In 6 Schritten zur idealen Website für Handwerker:innen
