Alle Neuigkeiten
Webdesign• 26. September 2026• 7 Min. Lesedauer

Webdesign für Elektriker: echte Leistungsbilder statt austauschbarer Icon-Grafiken

Fast jede Elektriker-Website zeigt dieselbe Leistungsübersicht: Steckdosen-Symbol, Glühbirnen-Symbol, drei Stichpunkte. Beim Webdesign für Elektriker liegt der Unterschied nicht in der Optik, sondern darin, ob ein Kunde sieht, was Sie tatsächlich gebaut haben. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie aus einer Leistungsübersicht echte Leistungsseiten mit Projektfotos, Ablauf und Antworten machen.

Titelbild mit dem Schriftzug Webdesign für Elektriker und einem Stecker-Piktogramm

Das Icon-Problem: jede zweite Seite sieht gleich aus

Öffnen Sie fünf Websites von Elektrobetrieben aus Ihrer Region. Mit hoher Wahrscheinlichkeit finden Sie auf allen fünf dieselbe Struktur: ein Steckdosen-Symbol, ein Glühbirnen-Symbol, ein Haus-Symbol mit WLAN-Wellen, darunter jeweils drei Stichpunkte. Der Text ist austauschbar, weil er austauschbar gemeint war. Er stammt aus derselben Vorlage, die auch der Betrieb zwei Orte weiter gekauft hat. Das war lange kein Problem, solange eine Website an sich schon ein Unterscheidungsmerkmal war. Diese Zeit ist vorbei. Fast jeder Elektrobetrieb hat mittlerweile eine eigene Website, und die Konkurrenz um Sichtbarkeit bei Google ist entsprechend groß. Eine Seite zu haben ist keine Leistung mehr, sondern Grundausstattung. Der Vorsprung liegt woanders: in dem, was nur Ihr Betrieb zeigen kann. Ein Icon kann jeder kaufen. Das Foto des Zählerschranks, den Sie vergangene Woche saniert haben, gibt es genau einmal.

Was ein echtes Leistungsbild besser macht

Wer bei Google „E-Check Wohnhaus Kosten“ oder „Wallbox installieren“ plus Stadtname eingibt, informiert sich nicht mehr. Diese Person steht kurz vor einer Beauftragung und sucht nach einem Grund, genau Sie anzurufen. Ein Glühbirnen-Icon mit dem Satz „Wir prüfen Ihre Elektroanlage fachgerecht“ liefert diesen Grund nicht, weil er auf jeden Betrieb zutrifft. Ein Foto des fertig montierten Verteilerkastens dagegen beantwortet mehrere Fragen gleichzeitig: Wie sieht das Ergebnis aus, arbeitet der Betrieb sauber, hat er so etwas schon gemacht. Google bewertet genau das. In den Richtlinien für hilfreiche Inhalte betont Google Search Central, dass Inhalte Erfahrung und Fachwissen aus erster Hand zeigen sollen statt fremde Inhalte zusammenzufassen. Für einen Elektrobetrieb ist das ein seltener Fall, in dem eine Suchmaschinen-Anforderung und der gesunde Menschenverstand dasselbe verlangen. Ein Nebeneffekt: Wer echte Projekte zeigt, dokumentiert sie auch für die eigene Belegschaft und für Bewerber. Offene Stellen sind im E-Handwerk keine Seltenheit. Eine Seite, auf der man die Arbeit sieht, wirkt auf Bewerber anders als eine Seite mit Symbolen.

Auf einen Blick
  • Fast jeder Handwerksbetrieb hat mittlerweile eine Website. Eine Seite zu haben ist allein kein Vorsprung mehr.
  • Statt einer Leistungsübersicht mit Icons: eine eigene Unterseite je wirtschaftlich relevanter Leistung, etwa Wallbox, E-Check, Zählerschrank-Umbau.
  • Jede Leistungsseite braucht ein echtes Projektfoto, eine kurze Projektbeschreibung, den Ablauf in drei bis vier Schritten und die Antwort auf die häufigste Kundenfrage.
  • Ein Foto-Upload im Anfrageformular hilft bei Wallbox und Zählerschrank, weil Kunden direkt zeigen können, worum es geht.
  • Google-Unternehmensprofil vollständig befüllen und lokale Suchbegriffe in Titel und H1 verwenden statt „Unsere Leistungen“.

Leistungs-Audit: welche Seiten Ihr Umsatz tragen

Bevor Sie fotografieren, klären Sie, wofür. Gehen Sie die Aufträge der letzten zwölf Monate durch und beantworten Sie eine Frage: Welche drei bis fünf Leistungen bringen rund 80 Prozent des Umsatzes? Typisch sind Wallbox-Installation, E-Check, Zählerschrank-Umbau, Smart Home mit KNX und der Anschluss von Photovoltaikanlagen. Bei Ihnen kann die Reihenfolge anders aussehen, und genau darum geht es: Die Seitenstruktur soll Ihr Geschäft abbilden, nicht die Vorlage. Jede dieser Leistungen bekommt anschließend eine eigene Unterseite mit eigener Adresse, nicht einen Abschnitt auf einer gemeinsamen Leistungsseite. Der Grund ist praktisch: Google kann eine Seite nur für das Thema ranken, das auf ihr steht. Eine Sammelseite mit fünf Themen konkurriert bei jedem einzelnen davon mit Seiten, die sich ganz diesem Thema widmen. Fachliche Empfehlungen für Elektrobetriebe laufen deshalb übereinstimmend auf dedizierte Leistungsseiten hinaus.

In sechs Schritten zur Leistungsseite

Der Aufbau einer einzelnen Leistungsseite folgt immer demselben Muster. Planen Sie pro Seite etwa zwei Stunden ein, verteilt auf Fotografieren, Schreiben und Einpflegen.

1. Ein Projektfoto auswählen

Nehmen Sie ein abgeschlossenes Projekt: die montierte Wallbox im Carport, der geöffnete neue Zählerschrank mit sauber beschrifteten Sicherungen, die fertige KNX-Installation. Ein Bild pro Seite reicht als Start, zwei bis drei sind besser.

2. Das Projekt in fünf Sätzen beschreiben

Was wurde gemacht, wo, unter welchen Bedingungen, wie lange hat es gedauert. Beispiel: Altbau ohne Erdung, Zählerschrank aus den Sechzigern, Umbau auf modernen Zählerplatz an einem Arbeitstag, Anmeldung beim Netzbetreiber übernommen. Solche Details kann keine Agentur erfinden.

3. Den Ablauf in drei bis vier Schritten zeigen

Vom Anruf über Vor-Ort-Termin und Angebot bis zur Montage und Inbetriebnahme. Kunden wissen bei Elektroarbeiten oft nicht, was auf sie zukommt. Ein sichtbarer Ablauf senkt die Hemmschwelle, überhaupt anzufragen.

4. Die häufigste Kundenfrage beantworten

Sie kennen sie aus dem Telefon: Brauche ich für den E-Check einen Termin oder geht das spontan. Muss der Strom für den Zählerschrank-Umbau einen ganzen Tag ausbleiben. Schreiben Sie die Antwort so auf die Seite, wie Sie sie am Telefon geben würden.

5. Titel und Überschrift lokal fassen

Seitentitel und H1 lauten nicht „Unsere Leistungen“, sondern „Wallbox installieren“ plus Ihre Stadt. Wer nach dieser Formulierung sucht, soll sie auf der Seite wiederfinden.

6. Einen konkreten Anfrageweg anbieten

Telefonnummer sichtbar, dazu ein kurzes Formular. Für Wallbox und Zählerschrank lohnt ein Foto-Upload im Formular: Der Kunde fotografiert Stellplatz oder Verteilerkasten, Sie können die Machbarkeit oft schon vor dem Vor-Ort-Termin einschätzen. Fachliche Empfehlungen führen diesen Upload als wirksamen Hebel für die Anfragequote.

Fotos ohne Fotografin: was das Smartphone leistet

Der häufigste Einwand lautet, dass professionelle Fotos zu aufwendig seien. Für den Start stimmt das nicht. Ein aktuelles Smartphone liefert bei Tageslicht brauchbare Bilder, wenn Sie vier Dinge beachten: Licht von vorn statt Gegenlicht, Kamera waagerecht halten, den Bildausschnitt ohne Werkzeugkoffer und Kabelreste aufräumen, und zwei bis drei Aufnahmen aus leicht verschiedenen Winkeln machen. Gewöhnen Sie Ihren Monteuren an, am Ende jedes größeren Auftrags ein Bild zu machen. Nach einem Vierteljahr haben Sie einen Fundus, aus dem Sie auswählen können. Wer regelmäßig hochwertige Bilder braucht, bucht zusätzlich einen halben Tag mit einer Fotografin oder einem Fotografen pro Quartal und lässt mehrere Projekte am Stück ablichten. Ein Punkt, der oft vergessen wird: Fragen Sie den Kunden vorher, ob Sie Aufnahmen veröffentlichen dürfen. Ein kurzer schriftlicher Hinweis im Auftrag genügt meist. Verzichten Sie auf Hausnummern, Namensschilder und erkennbare Personen, dann bleibt die Sache unkompliziert. Ihre Referenzen können Sie anschließend gebündelt zeigen, so wie in einem Portfolio nach Gewerk sortiert.

Privatkunden und Gewerbe brauchen zwei Tonlagen

Ein Hausbesitzer, der eine Wallbox möchte, und ein Facility Manager, der einen Rahmenvertrag sucht, lesen dieselbe Seite völlig unterschiedlich. Der Privatkunde will verstehen, was passiert, was er vorbereiten muss und wem er die Wohnung aufschließt. Er reagiert auf Erklärung, Ablauf und Gesicht. Der gewerbliche Kunde überfliegt all das. Ihn interessieren Referenzobjekte vergleichbarer Größe, Reaktionszeit bei Störungen, Anzahl der Monteure und ob Sie Wartungsverträge abbilden. Zwei getrennte Bereiche in der Navigation lösen das sauberer als ein Kompromisstext, der beide Gruppen halb erreicht. Für Privatkunden lohnt sich zusätzlich ein Ratgeber zu Fördermitteln. Inhalte zu KfW-Programmen und BAFA-Zuschüssen greifen genau in dem Moment, in dem jemand rechnet und noch nicht entschieden hat. Wer diese Frage beantwortet, bevor der Kunde sie stellt, wird als Ansprechpartner wahrgenommen und nicht als reiner Ausführender.

Sichtbarkeit: Google-Profil und lokale Suchbegriffe

Die beste Leistungsseite nützt wenig, wenn sie nicht gefunden wird. Zwei Hebel sind kostenlos und wirken schnell. Erstens das Google-Unternehmensprofil: Kategorie korrekt setzen, alle Leistungen einzeln eintragen, Öffnungszeiten pflegen und dieselben Projektfotos hochladen, die auch auf der Website stehen. Ein Profil mit aktuellen Bildern wird in der lokalen Suche deutlich häufiger angeklickt als eines mit Logo und Straßenansicht. Zweitens die Suchbegriffe selbst. Elektroarbeiten werden fast immer mit Ortsbezug gesucht. Nehmen Sie die Formulierungen, die Ihre Kunden am Telefon benutzen, und bauen Sie sie in Titel, Überschrift und ersten Absatz ein. „Zählerschrank erneuern“ plus Stadtteil bringt weniger Suchvolumen als ein allgemeiner Begriff, dafür fast nur Anfragen, die zu Aufträgen führen. Den Rest erledigt Geduld. Eine neue Leistungsseite braucht einige Wochen, bis sie stabil rankt. Legen Sie deshalb nicht alle Seiten gleichzeitig an, sondern eine pro Monat, jeweils mit echtem Projekt. Nach einem halben Jahr haben Sie sechs Seiten, die Ihr Wettbewerber nicht kopieren kann, weil ihm die Projekte fehlen.

Häufige Fragen
Reicht ein Smartphone-Foto oder brauche ich eine Fotografin?
Für den Start reicht das Smartphone. Wichtig sind Tageslicht ohne Gegenlicht, eine waagerecht gehaltene Kamera, ein aufgeräumter Bildausschnitt und zwei bis drei Aufnahmen aus leicht unterschiedlichen Winkeln. Wer laufend Bildmaterial braucht, bucht zusätzlich einen halben Tag pro Quartal und lässt mehrere Projekte am Stück fotografieren.
Wie viele Leistungsseiten sollte eine Elektriker-Website haben?
Drei bis fünf, und zwar für die Leistungen, die den Großteil Ihres Umsatzes bringen. Typisch sind Wallbox-Installation, E-Check, Zählerschrank-Umbau, Smart Home und Photovoltaik-Anschluss. Legen Sie die Seiten nacheinander an, etwa eine pro Monat mit einem echten Projekt, statt alle auf einmal mit Fülltext.
Darf ich Fotos von Kundenanlagen auf der Website zeigen?
Holen Sie vorher die Zustimmung des Kunden ein, am einfachsten als kurzer schriftlicher Hinweis im Auftrag. Verzichten Sie auf Hausnummern, Namensschilder und erkennbare Personen. Dann zeigen Sie die Arbeit, ohne Rückschlüsse auf die Adresse zu ermöglichen.
Was bringt ein Foto-Upload im Anfrageformular?
Der Kunde fotografiert Stellplatz, Verteilerkasten oder Zählerschrank und schickt das Bild mit der Anfrage. Sie können die Machbarkeit oft schon vor dem Vor-Ort-Termin grob einschätzen und sparen sich Rückfragen. Fachliche Empfehlungen für Elektrobetriebe führen diesen Upload als wirksamen Hebel für die Anfragequote.
Warum reicht eine gemeinsame Seite „Unsere Leistungen“ nicht?
Google rankt eine Seite für das Thema, das auf ihr steht. Eine Sammelseite mit fünf Themen tritt bei jedem einzelnen davon gegen Seiten an, die sich ganz diesem Thema widmen. Dazu kommt die Suchintention: Wer nach einer konkreten Leistung mit Ortsbezug sucht, will genau dazu Bild, Ablauf und Antwort finden, nicht eine Übersicht.
Kostenlose Website-Vorschau

Ihre Website sollte das auch können?

Wir bauen die erste Version Ihrer neuen Handwerker-Website kostenlos. Sie zahlen erst, wenn sie Ihnen gefällt und live geht.

Kostenlose Vorschau anfordern