Warum eine Galerie allein wenig überzeugt
Links grauer, abgeplatzter Putz, rechts eine frisch gestrichene Fassade. So sehen viele Galerien auf Maler-Websites aus. Der Besucher erkennt ein schönes Ergebnis. Er weiß aber nicht, wo das Haus steht, wann gearbeitet wurde, wie groß der Auftrag war und ob Ihr Betrieb das überhaupt gemacht hat. Ohne diese Angaben bleibt das Bild eine Behauptung, die jeder Mitbewerber genauso aufstellen kann. Ratgeber für Maler-Websites vergleichen Vorher-Nachher-Bilder mit den Fallstudien eines Unternehmensberaters. Gut gemacht sind sie ein starker Nachweis Ihrer Arbeit. Dieselben Ratgeber warnen aber vor verwackelten, schlecht belichteten und ungeordneten Fotos, weil sie unprofessionell wirken. Noch schlimmer sind austauschbare Stockfotos. Wer Bilder aus einer Bilddatenbank als eigene Baustellen zeigt, verspielt genau das Vertrauen, das die Galerie aufbauen soll. Kunden merken das schneller, als man denkt.
Was Google unter glaubwürdigen Inhalten versteht
Google beschreibt in seinen Leitlinien für hilfreiche Inhalte das Prinzip E-E-A-T: Erfahrung, Fachwissen, Ansehen und Vertrauenswürdigkeit. Am wichtigsten davon ist in diesen Leitlinien das Vertrauen. Google fragt unter anderem, ob ein Inhalt klare Quellen und Belege für die beteiligte Fachkenntnis zeigt und ob er eigene, originale Informationen liefert oder nur wiederholt, was anderswo schon steht. Auch Transparenz darüber, wie ein Inhalt entstanden ist, nennt Google als Punkt. Für einen Malerbetrieb ist das eine gute Nachricht. Eigene Baustellenfotos mit nachvollziehbaren Angaben sind Original-Inhalt, den kein Mitbewerber kopieren kann. Je genauer Sie zeigen, wie ein Auftrag abgelaufen ist, desto mehr Substanz hat Ihre Seite. Das wirkt auf Besucher, die sich zwischen drei Angeboten entscheiden müssen. Und es passt zu dem, was Google als vertrauenswürdig beschreibt.
- Ein Vorher-Nachher-Bild ohne Angaben ist für Besucher eine Behauptung. Erst der Text daneben macht es zur Referenz.
- Acht Angaben pro Projekt: gleiche Perspektive, Projekttyp, Ort, Umfang, Material, Kundenstimme, Team, Datum.
- Google stellt bei glaubwürdigen Inhalten das Vertrauen an erste Stelle und fragt nach Belegen und eigenen Informationen.
- Bewertungen müssen sichtbar auf der Seite stehen. Selbst ausgezeichnete Bewertungen lässt Google bei lokalen Betrieben nicht für Sterne zu.
- Die Galerie muss auf dem Handy schnell laden und Bilder vollständig zeigen.
Die Checkliste: 8 Angaben neben jedem Vorher-Nachher-Bild
Die folgenden Punkte machen aus einem Bildpaar eine nachprüfbare Referenz. Je mehr davon Sie liefern, desto höher ist die Beweiskraft. Fehlt ein Punkt, sinkt sie deutlich. Nicht jedes Projekt erlaubt alle Angaben. Manche Kunden möchten nicht genannt werden, bei manchen Aufträgen gibt es kein brauchbares Vorher-Foto. Dann lassen Sie den betreffenden Punkt weg und füllen die übrigen so vollständig wie möglich. Lieber fünf gut dokumentierte Projekte als dreißig Bilder ohne Text.
1. Gleiche Perspektive, vergleichbares Licht
Stellen Sie sich für das Nachher-Foto an dieselbe Stelle wie beim Vorher-Foto. Gleiche Höhe, gleicher Ausschnitt, möglichst ähnliche Tageszeit. Sonst vergleicht der Betrachter Regenwetter mit Sonnenschein und Ihre Arbeit geht im Bildunterschied unter.
2. Projekttyp benennen
Schreiben Sie dazu, was gemacht wurde. Zum Beispiel „Fassadenanstrich Einfamilienhaus“ oder „Treppenhaus Mehrfamilienhaus, Wände und Geländer“. Wer gezielt nach dieser Leistung sucht, findet sich sofort wieder.
3. Ort angeben
Stadt, Stadtteil oder Region. Ohne Ortsangabe fehlt der lokale Bezug. Ein Interessent aus dem Nachbarort will sehen, dass Sie in seiner Gegend arbeiten und die Anfahrt kein Thema ist.
4. Leistungsumfang nennen
Fläche in Quadratmetern, Anzahl der Stockwerke, besondere Schwierigkeiten. Etwa ein Gerüst an der Straßenseite, eine Schimmelbehandlung vor dem Anstrich oder ein Altanstrich, der komplett entfernt werden musste.
5. Material und Farbe angeben
Nennen Sie Produktlinie, Farbton oder Technik. Das zeigt Fachwissen und beantwortet Fragen, die Kunden sonst erst am Telefon stellen. Wer Silikatfarbe auf mineralischem Putz erklärt, wirkt kompetenter als jemand, der nur „gestrichen“ schreibt.
6. Kundenstimme direkt zum Projekt
Ein kurzer Satz des Kunden mit Vorname und Ort, direkt neben dem Bildpaar. Eine lose Bewertungsbox irgendwo auf der Seite hat weniger Gewicht als eine Aussage, die zu genau diesem Auftrag gehört. Veröffentlichen Sie nur mit Einverständnis des Kunden.
7. Ausführendes Team nennen
Wer hat den Auftrag gemacht? Ein Vorname oder „Team Fassade“ zeigt, dass echte Menschen dahinterstehen. Das zahlt auf die Erfahrung ein, das erste E in E-E-A-T.
8. Datum oder Zeitraum
Monat und Jahr reichen. Aktuelle Daten zeigen, dass Ihr Betrieb laufend Aufträge hat. Eine Galerie, deren neuestes Projekt Jahre zurückliegt, wirkt verwaist.
So sieht eine fertige Projektkarte aus
Ein Muster, das Sie direkt übernehmen können. Ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern durch Ihre eigenen. Überschrift: [Projekttyp] in [Ort]. Darunter das Bildpaar, auf dem Computer nebeneinander, auf dem Handy untereinander. Dann eine Faktenzeile: [Fläche], [Untergrund], [Material und Farbton], [Zeitraum], [ausführendes Team]. Danach zwei oder drei Sätze zur Ausgangslage und wie Sie das Problem gelöst haben. Zum Schluss die Kundenstimme mit [Vorname] aus [Ort]. Ordnen Sie die Projektkarten nach Leistungen, etwa Fassade, Innenräume und Lackierarbeiten. Ungeordnete Bilder wirken beliebig. Mit Kategorien findet ein Besucher, der eine Fassade streichen lassen will, sofort die passenden Referenzen und muss sich nicht durch Badezimmer und Türrahmen klicken. Jedes Projekt kann zusätzlich eine eigene Unterseite bekommen. So entsteht mit der Zeit eine Sammlung echter, lokaler Inhalte, die Ihre Website von Vorlagen-Seiten abhebt.
Bewertungen richtig einbinden
Viele Betriebe hätten gern Sterne in den Google-Suchergebnissen. Dafür gelten klare Regeln. Die Bewertungen müssen echt sein und für Besucher sichtbar auf der Seite stehen. Was nur versteckt im Quellcode als strukturierte Daten hinterlegt ist, reicht nicht. Bewertungen, die ein lokales Unternehmen über sich selbst auf der eigenen Website auszeichnet, lässt Google für diese Sterne-Anzeige nicht zu. Wenn Sie für eine Bewertung einen Vorteil angeboten haben, etwa einen Nachlass, legen Sie das offen. Für die Praxis heißt das: Binden Sie Ihre Google-Rezensionen sichtbar auf der Website ein. Und setzen Sie passende Kundenstimmen direkt an die Projektkarte, zu der sie gehören. Allgemeines Lob wie „alles super, gerne wieder“ ist nett. Mehr Gewicht hat ein Satz, der zum konkreten Auftrag passt, zum Beispiel zur sauberen Abdeckung der Möbel oder zur pünktlichen Fertigstellung vor dem Einzug.
Die Galerie muss auf dem Handy funktionieren
Google zählt Ladezeit und Stabilität der Seite (Core Web Vitals), eine verschlüsselte Verbindung per HTTPS, gute Darstellung auf Mobilgeräten und den Verzicht auf störende Einblendungen zur Seitenerfahrung. Für Maler zählt das Handy besonders, denn wer lokal einen Handwerker sucht, tut das oft unterwegs. Eine Galerie, die langsam lädt oder Bilder abschneidet, verliert den Besucher, bevor er die erste Referenz gelesen hat. Prüfen Sie deshalb: Sind die Bilder komprimiert und in einem modernen Format wie WebP gespeichert? Haben sie feste Abmessungen, damit die Seite beim Laden nicht springt? Stehen Bildpaare auf schmalen Bildschirmen untereinander, vollständig sichtbar? Und sind die Angaben aus der Checkliste als echter Text auf der Seite? Text, der ins Foto gebrannt ist, wird auf dem Handy winzig und ist für Suchmaschinen kaum lesbar. Jedes Bild braucht außerdem einen kurzen Alt-Text, der beschreibt, was zu sehen ist.
Gute Fotos im Baustellenalltag
Die beste Checkliste hilft nichts, wenn das Vorher-Foto fehlt. Machen Sie es zur festen Gewohnheit: Fotos entstehen beim ersten Termin, bevor abgeklebt oder abgedeckt wird. Nutzen Sie das Querformat und merken Sie sich den Standort, zum Beispiel mit einem zusätzlichen Foto, auf dem Ihr Standpunkt zu sehen ist. Beim Abschluss stellen Sie sich genau dorthin zurück. Notieren Sie die Fakten direkt im Auftrag: Fläche, Untergrund, Material, Farbton, Zeitraum, Team. Dann müssen Sie später nichts zusammensuchen. Bei der Abnahme fragen Sie den Kunden, ob Sie die Bilder mit Ortsangabe zeigen dürfen und ob er einen Satz zum Ergebnis beisteuern möchte. Zufriedene Kunden sagen meist gern zu. Wie ein Aufbau mit Projektkarten, Kategorien und schneller Galerie auf einer Website für Malerbetriebe aussehen kann, zeigen wir auf unserer Seite zum Gewerk Maler und im Portfolio.
- Darf ich Vorher-Nachher-Bilder von Kundenhäusern einfach veröffentlichen?
- Fragen Sie den Kunden vorher, am besten bei der Abnahme. Klären Sie dabei auch, ob Sie den Ort und seinen Vornamen nennen dürfen. Bei Innenräumen achten Sie darauf, dass keine privaten Gegenstände oder Personen erkennbar sind.
- Was mache ich, wenn ich kein Vorher-Foto habe?
- Zeigen Sie das fertige Projekt trotzdem, mit allen übrigen Angaben aus der Checkliste: Projekttyp, Ort, Umfang, Material, Zeitraum und Team. Beschreiben Sie die Ausgangslage in zwei Sätzen. Für künftige Aufträge machen Sie das Vorher-Foto zum festen Schritt beim ersten Termin.
- Kann ich Stockfotos verwenden, bis ich genug eigene Bilder habe?
- Für Referenzen nicht. Austauschbare Bilder aus Datenbanken fallen auf und schaden der Glaubwürdigkeit. Lieber wenige eigene, gut beschriebene Projekte zeigen und die Galerie nach und nach erweitern.
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- Google Search Central: Review snippets (structured data)
- Google Search Central: Page experience in Google Search
- David Kaiser: Webdesign für Maler und Lackierer. Wie gute Bilder mehr Aufträge bringen
- Keskin Software Solution: So muss eine Website für Maler aufgebaut sein
